13 Morgan im Schlepptau

13 Morgan im Schlepptau

Morgan-Invasion in Ostfriesland – eigentlich war das Motto der diesjährigen – nunmehr dritten – Ostfriesland-Tour ja „Wind, Fisch und Mee(h)r“… doch in unserem Motto wird kein Morgan erwähnt – und somit ist es nicht Google-tauglich. Aber schön der Reihe nach! Irgendwann konnten wir die Frage nicht mehr hören: „Wann organisiert Ihr wieder eine Ostfriesland-Tour?“!

Morgan Invasion an der Tankstelle

Morgan Invasion an der Tankstelle

Also gut – wir ließen uns überreden, und in diesem Jahr sollte es also wieder eine Ausfahrt geben. Wider Erwarten hatte unser Lieblings-Stammhotel „Hochzeitshaus“ in Aurich noch ein komplettes Wochenende ohne Belegung! Also buchten wir zur Jahreswende kurzerhand erneut alle 14 Zimmer für den 8. bis 10. Juli.

Verkehrsstau in der Bahnhosstraße

Verkehrsstau in der Auricher Bahnhosstraße

Dann fingen die Überlegungen an, was wir als Programm so bieten könnten: Tee?… Milchbauern?… Industrieunternehmen?… Kulinarisches? Zum Glück hatte ich geschäftlich Mitte Februar Termine in Ostfriesland, sodass ich schon einmal vor Ort sondieren konnte. Als Abfüllunternehmen für Tee und eine der ersten Adressen der Branche, fiel uns Onno Behrens in Norden ein. Eine spontane Produktionsbesichtigung mit dem Werksleiter war zwar interessant, und er wäre auch zu allen Schandtaten bereit gewesen, aber im Sommer findet freitagnachmittags nichts Spektakuläres statt. Also: gestrichen.

Blick aus dem Tee-Museum

Blick aus dem Tee-Museum

Allerdings – das Thema Ostfriesentee wäre schon etwas sehr typisches… Dafür bot sich zu unserem Glück noch das örtliche Tee-Museum in einem wunderschönen alten Backsteinbau an (www.teemuseum.de).

Tee-Zauber

Tee-Zauber

Eine sachkundige (Ein-) Führung in die Geschichte des Tees war schnell organisiert. Daran anschließend eine zünftige Teetafel mit dem traditionellen Rosinenbrot.

Tee-Tafel im Tee-Museum

Tee-Tafel im Tee-Museum

Damit war der Tee thematisch abgehakt, zumal im Hochzeitshaus der Ostfriesentee zum Frühstück auf Wunsch auch sehr stilvoll zelebriert wird. Blieb nur noch die Frage, wo wir die geplanten 14 Morgan denn vor Ort unterbringen könnten. Der Platz vor dem Glockenturm gegenüber vom Museum war zwar definitiv kein ausgewiesener Parkplatz, erschien mir aber sehr geeignet. Und nach zwei persönlichen Besuchen bei der Stadtverwaltung sowie diversen Telefonaten, bekamen wir sogar hochoffiziell und amtlich mit Brief und Stadtsiegel eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für unsere Kleinen.

So etwas nennen wir einparken

So etwas nennen wir einparken

Am Samstag wurden dann auch – wie von uns angekündigt – die aufgereihten Mogies zu einer echten Attraktion, und ich (als Hüter) durfte ´zig Fragen zu unseren Schmuckstücken beantworten. Tee trinken konnten die Anderen.

und weiter gehts

… und weiter geht’s

Thema Werksbesichtigung in einem Industrieunternehmen: Nachdem wir schon bei der Jever-Brauerei und der Meyer-Werft in Papenburg interessiert vorbeigeschaut hatten, mussten wir diesmal wohl noch einen drauflegen… Bekanntlich residiert in Aurich einer der globalen Marktführer im Bereich Windenergie. Das passt thematisch ebenfalls gut zu dem Landstrich, der nicht gerade für seine lauen Lüftchen bekannt ist. Ein Vorgespräch mit einem Vertriebsmitarbeiter von Enercon (www.enercon.de) war schnell organisiert.

Rundgang durchs Werk

Rundgang durchs Werk

Und ja – wir waren herzlich willkommen! Hier half übrigens eindeutig wieder einmal die Attraktivität der Automarke Morgan, einen schnellen Zugang zu finden. In einem zweiten persönlichen Gespräch Anfang Juni – ich hatte erneut in der Region zu tun – waren auch flugs der Ablauf besprochen und die Location besichtigt.

EEZ

EEZ

Wir sollten eine Einführung im EEZ (für nicht eingeweihte: „Energie-Erlebnis-Zentrum“) mit Besichtigung einer dort ausgestellten Gondel samt Innenleben und Technologie und anschließend eine Führung durch die Rotorblatt-Fertigung absolvieren. Und die war mindestens so eindrucksvoll wie die Meyer-Werft in Papenburg. Die gigantische Halle ist nämlich mehr als 400 Meter lang. Und dort wird auf zwei Ebenen gearbeitet. Unser Guide – ein leitender Mitarbeiter aus dem Vertrieb – war ebenfalls sehr „Morgan-minded“, sodass wir ihm zum Abschluss noch versprachen, ihm eines der letzten Exemplare unseres neuen Buches „Morgan – Das Making of“ zu schicken.

Passend zu dem Wind, der ständig durch unsere offenen Roadster pfeift, haben wir dieses Thema also jetzt auch abgearbeitet…

Invasion bei Janssen

Invasion bei Janssen

Dem Motto Fisch näherten wir uns eher über die kulinarische Seite an: Erste Anlaufstelle am Samstag sollte Fisch Janssen in Horumersiel sein. Auch hier waren wir zwei Mal persönlich vor Ort, um die Qualität der Speisen zu testen und die Parkplatzfrage zu klären.

Dagmar Einweise-Diplom

Dagmar Einweise-Diplomarbeit

Parkplatztechnisch gestaltete sich der Mitarbeiterparkplatz hinter dem Haus als echte Herausforderung, die wir aber in souveräner Manier meisterten. Dagmar erwarb sich hierbei das „Einweiser-Diplom“ mit Bestnote „summa cum laude“! Ja – ich weiß natürlich, dass so nur Dissertationen benotet werden.

Na - Appetit bekommen

Na – Appetit bekommen?

Übrigens – der Fisch war auch sehr lecker, ob variantenreich ins knusprige Brötchen geklemmt oder auf dem Teller angerichtet. Auf der Rückfahrt gen Hamburg hatten wir dann passend noch als Mittagsrast ein zweites Fischlokal aufgetan.

Mittagsrast mit Weserblick

Mittagsrast mit Weserblick

Direkt an der Weser gelegen. Nielebocks Fischrestaurant „Lotte“ in Dedesdorf (www.nielebocksfischundmeehr.de), gleich hinter dem Wesertunnel und erst Ende Mai eröffnet.

Aufpasser vor dem Restaurant Lotte

Aufpasser vor dem Restaurant Lotte

Parkplatzkapazität kein Problem und kulinarisch deutlich über Fisch Janssen angesiedelt. Das war jetzt aber genug Fisch!

Invasion im Lotte

Invasion im Lotte

Anlässlich der ersten Erkundungstour Mitte Februar, hatte ich nach dem Besuch von zwei Höfen das Thema „Milchwirtschaft“ für mich abgehakt. Vielleicht sollten wir uns bei der nächsten Tour lieber dem Thema „Schnapsbrennerei“ widmen – da recherchiere ich sowieso mit mehr Begeisterung… Mal schauen.

Gedeckte Tafel für den Grillabend

Gedeckte Tafel für den Grillabend

Ach ja, das Thema „Kulinarisches“ ist bisher auch noch unerwähnt! Damit gibt es im Hotel Hochzeitshaus nun überhaupt keine Probleme. Bereits beim ersten Vorgespräch mit Ute Wilters – ich war ja zwei Nächte vor Ort – hatten wir uns auf die Speisenfolge für Freitag- und Samstagabend geeinigt.

Grillabend

Grillabend

Es hat schon eine gewisse Tradition, dass Chefkoch und Mitinhaber Peter am Freitag den großen Grill anwirft und liebevoll so nette Kleinigkeiten zelebriert wie in Holzblätter eingewickelten Lachs oder gar zungenzarte Schweinebäckchen in einem traditionellen Gusstopf. Dass das Vorspeisenbuffet mal wieder überquoll und wir gar nicht wussten, was wir zuerst nehmen sollten; und dass die dargebotenen Dessertvariationen dem vorher Gereichten in nichts nachstanden, sind wir von Peter ja schon gewohnt!

Zum Glück mussten wir uns am Samstagabend nicht entscheiden, was Platz auf unserem Teller finden sollte. Auch das festliche Menü in dem ebenso geschmückten Raum war wie immer: genial!!!

Warten auf den ersten Gang

Warten auf den ersten Gang

Das begann schon mit dem Amuse bouche: aufgetürmte Currywurstscheiben auf delikater Avocadocreme. Natürlich mit eigenhändig kreierten und selbst hergestellten Saucen! Ein Gedicht und eine Überraschung zugleich: bodenständige Currywurst als Auftakt zu einem Festessen… Natürlich entsprach die Qualität der nachfolgenden Gänge den Vorgaben des Auftaktes!

Menü

Menü

Vielleicht noch einige Worte zum Hotel: Das Hochzeitshaus (www.hochzeitshaus-aurich.de) beherbergte die Mogi-Truppe nun bereits zum dritten Mal und wirklich niemand aus unserer Runde würde auf den Gedanken kommen, sich nach einer anderen Unterkunft umzusehen. Entweder wir finden einen geeigneten Termin – oder es gibt keine Ausfahrt nach Ostfriesland. So einfach ist das.

Ute staunt nur noch

Ute staunt nur noch

Denn schon bei der Ankunft springen die Morgan-Fans Ute und Peter mit ihren gesamten Mitarbeitern vor die Tür, um uns herzlich wie Familienmitglieder zu begrüßen. Der Parkplatz hinter dem Haus kann bei professioneller Stapeltechnik durchaus 18 oder 19 der urigen Roadster beherbergen. Da das Hotel in einer herrschaftlichen Villa im Herzen Aurichs ohnehin nur 14 Zimmer hat, bringen wir unsere 14 Reisegefährten problemlos unter.

Der Hotelparkplatz reicht gerade aus

Der Hotelparkplatz reicht gut aus

Die Gästezimmer sind alle gleichermaßen stilvoll wie individuell ausgestattet, unterscheiden sich aber natürlich in der Größe. Um niemanden zu benachteiligen, findet deshalb nach der Ankunft bei einem Glas Prosecco die – ebenfalls schon traditionelle – Zimmerverlosung statt.

Auch das morgendliche Frühstück zeigt das kulinarische Niveau des Hauses: Etageren mit selbstgemachten, sehr kreativen Konfitüren (z.B. Pina Colada Konfitüre) erwarten den Gast, der Ostfriesentee wird stilvoll kredenzt, die Eierspeisen frisch zubereitet … Da lässt sich der Tag einfach nur gut gelaunt beginnen! Entsprechend war planerisch die Frühstückszeit bis zum Aufbruch um 10:30 Uhr großzügig bemessen.

Worpswedes Schokoladenseite

Worpswedes Schokoladenseite

Für die Rückfahrt hatten wir uns noch eine weitere urige Location ausgeguckt: die Künstlerkolonie Worpswede, deren Blütezeit bereits 1884 begann, als Fritz Mackensen dort sein Domizil errichtete. Ihm folgten viele weitere Künstler; und noch heute beherbergt der Ort sowohl zahlreiche Maler, Fotografen, Bildhauer, als auch Galeristen. Dass just an dem Sonntag, als wir den pittoresken Ort beehrten, alle Galerien ihre Pforten geöffnet hatten, kam als besonderes Schmankerl noch dazu. Gute Planung ist eben alles…! Eigentlich hatten wir 60 Minuten einkalkuliert – die reichten nicht ganz aus, aber Worpswede (www.gemeinde-worpswede.de) war ohnehin unsere letzte Station vor der Schlussetappe nach Hamburg. Auch hier galt es wieder, das Parkplatzproblem adäquat zu lösen: Bei unserer Ortsbesichtigung sprang uns dafür sofort der leere Dorfplatz ins Auge – sowohl zentral gelegen, als auch von der Kulisse her vor der Vogeler-Villa überaus passend.

Kurzer Spaziergang in Worpswede

Kurzer Spaziergang in Worpswede

Ein unkompliziertes Telefonat mit dem Bürgermeister, und wir hatten die Erlaubnis. Er bedauerte lediglich, dass er zu diesem denkwürdigen Ereignis urlaubsbedingt durch Abwesenheit glänzen musste. Aber der Bürgermeister von Norden war ja schließlich auch nicht da…

Kurze Einweisung bevor wir starten

Kurze Einweisung bevor wir starten

Jetzt galt es nur noch, die Strecke zu planen und abzufahren, damit das Roadbook erstellt werden konnte. Dagmar hatte mich Ende Mai auf meiner zweiten Geschäftsreise nach Ostfriesland begleitet, sodass wir zunächst die Route vom Startpunkt am Airbus-Gelände in Hamburg Finkenwerder über Bremervörde (2. Frühstück im wunderschönen Haus am See (www.haus-am-see-bremervoerde.de)) nach Aurich abfahren konnten. Die markanten Punkte und Abzweigungen fotografierten wir, um damit – auch das ist bei uns Tradition – das Roadbook zu illustrieren. Unsere bisherigen Erfahrungen haben allerdings gezeigt, dass nach jeder längeren Pause der Tageskilometerzähler wieder auf „0“ gestellt werden sollte. Denn die Präzision der englischen – meist Smith – Armaturen lässt ein wenig zu wünschen übrig.

Selfie im Wesertunnel

„Selfie“ im Wesertunnel

Am zweiten Probetag fuhren wir vormittags zunächst die Ostfriesland-Runde über Horumersiel und Norden ab und am Nachmittag den ersten Teil der Rückfahrt bis zum eingeplanten Mittagsstopp in Dedesdorf, wo wir auch die Inhaber des Restaurants Lotte trafen. Das Lokal war zwischenzeitlich ja eröffnet worden. Dann trennten sich unsere Wege: Dagmar musste mit der Bahn zurück nach Hamburg und ich zu einem Termin „ins Friesische“.

Typischer Anblick

Typischer Anblick

Die letzte Etappe absolvierten wir dann Ende Juni, sodass ich mich anschließend an die zeitintensive Ausarbeitung des Roadbooks setzen konnte.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Roadbook: Da wir einen kleinen Verlag betreiben, können wir das mit dem „Book“ nämlich durchaus wörtlich nehmen. Auch das hat bei uns Tradition. Auf die Verwendung von „Chinesen-Zeichen“ verzichten wir grundsätzlich. Wir wollen ja keine Rallye ausrichten, sondern eine echte Orientierungshilfe mit Entspannungspausen für die Kopiloten bieten.

Seite aus Roadbook

Seite aus Roadbook

Deshalb besteht die Wegbeschreibung auch aus drei Komponenten: der Karte aus Google-Maps, den Fotos der wichtigsten Wegpunkte sowie einer ausführlichen Beschreibung. Das Ganze auf wertiges 300-Gramm-Papier gedruckt und mit Ringbindung versehen, wird es auch anschließend zu einer schönen Erinnerung an die Ausfahrt – oder Anregung zum „Nachfahren“…

War`s das? Natürlich noch nicht ganz. Für Dagmar blieb auch noch etwas Fleißarbeit übrig: Mitfahrer-Korrespondenz von der Anmeldung über Zahlungsabwicklung bis zur Abrechnung. Goodies für die Teilnehmer aussuchen und bestellen und die Namensschilder mit Morgan-Motiv herstellen. Schließlich wollen wir alle wissen, wem wir gegenübersitzen. Und einige Besatzungen sind ja bei jeder Reise entweder neu im Morgan-Club oder nehmen erstmals an unserer Ostfriesland-Tour teil. Diesmal wurde übrigens – als kleines Extra-Schmankerl – unseren Fans der 1. Stunde ein goldener Käfer verliehen sowie Ute, Peter und die ersten Anmelder mit einem roten Herzenskäfer ausgezeichnet… Die Planung des Wetters hat ebenfalls ganz gut geklappt – aber auch das hat schon Tradition.

Trotz Regenschauer beste Laune

Trotz gelegentlicher Regenschauer beste Laune

Die Rundfahrt selbst war für uns inzwischen fast „Business as usual“ und verlief nahezu reibungslos. Deshalb konnten wir uns voll und ganz auf die Programmpunkte und die Betreuung unserer Mitreisenden konzentrieren.

Und was sagten einige Morgianer zum Abschluss zu uns im Hinblick auf die nächsten Jahre?: „Aus der Nummer kommt Ihr nicht wieder raus!“

Schauen wir mal…