Noch gibt es richtige Ortschaften

Noch gibt es richtige Ortschaften !

Morgan auf Abwegen. Jedes Mal, wenn wir die Fähre in Harwich verlassen, stellt sich bei uns ein Gefühl der Vertrautheit ein. Meistens ist das Dach geschlossen, weil es gerade regnet. Weshalb eigentlich trotzdem immer wieder in Harwich? Wir denken, dass sich unser Mogie hier ganz besonders wohlfühlt – speziell wenn die Straßen kleiner, enger werden; der Fahrbahn-Belag die eine oder andere Schippe Rollsplit vertragen könnte; sich neben der Straße Natursteinmäuerchen häufen und die Population sich auf drei Einwohner, aber zehn Schafe pro Quadratkilometer reduziert. Hier – fernab der Inspektor Barneby und Rosamunde Pilcher-Idylle, weit weg von jeglichem Großstadtgewühl. Hier – wo das Klima noch rau ist, der Wind Dir ungebremst um die Ohren pfeift…

Die Straße hatte was von einer Achterbahn

Die Straße hatte was von einer Achterbahn

So richtig wohl fühlst Du Dich natürlich, wenn Du Freunde an Deiner Seite hast, die sich hier auskennen. Nordwestlich von Harrogate findet sich so eine Gegend, wie sie typischer nicht sein könnte. Weitläufige, dünn besiedelte Naturschutzgebiete; ein Hügel neben dem anderen und Straßen, die so klein und eng sind, dass man Google Maps schon auf einen sehr großen Maßstab stellen muss, um die Verbindungslinien zwischen den winzigen Ortschaften überhaupt zu erkennen.

Vor der Mauer scharf nach links

Vor der Mauer scharf nach links

Dabei haben die Wege durchaus Bezeichnungen. Sie fangen mit einem B an und sind vierstellig. Aber das sieht man erst bei einem Google-Maßstab von einem Kilometer.

Erst zahlt man für die Angelei - dann noch für die Fische

Erst zahlt man für die Angelei – dann noch für die Fische

Vergiss Google, Deine Englandkarte oder Deine Navi-App des Handys. Mach einfach das Dach auf und fahr vertrauensvoll dem Vordermann hinterher! Ann navigiert, und Peter frönt seiner Lieblingsbeschäftigung: Er gibt Gas, und wir folgen entspannt, aber zügig. Zuerst waren die Orte noch so groß, dass sie sogar aus mehr als einer Straße bestanden, was ihrer Idylle jedoch keinen Abbruch tat. Sie waren so pittoresk und typisch, dass es schon beinahe kitschig wirkte.

Dann wurden die Asphaltbänder einsamer, hatten aber noch einen Mittelstreifen, der zwei Fahrbahnen trennte. Nach einer kurzen Pause in einem Fischerei-Resort, in dem man die Fische gegen stündliche Gebühr erst fischen und anschließend nach Gewicht bezahlen durfte, relativierte sich das mit dem Mittelstreifen sehr schnell.

Die Landschaft war einmalig schön

Die Landschaft war einmalig schön

Dafür gab es jetzt Mauern als beidseitige Begrenzung der Fahrbahn, und – zunächst jedenfalls – etwas breitere Stellen, an denen zwei Fahrzeuge einander passieren können.

Immer schön dranbleiben

Immer schön dranbleiben

Und: Wo Peter mit seinem Plus 8 durchpasst, können wir problemlos folgen.

Die Straßen werden sichtlich schmaler

Die Straßen werden sichtlich schmaler

Nach einer kleinen Pause in einem romantischen Tal, tauschten wir unsere Copilotinnen – schließlich hatten wir genug Fotos von Peters Plus 8-Heckansicht.

Pause - und Wechsel der Beifahrerin

Pause – und Wechsel der Beifahrerin

Ann traut sich zu mir ins Auto

Ann traut sich zu mir ins Auto

Also setzte sich Ann als Navigatorin auf unseren Beifahrersitz, und Dagmar kletterte samt Kamera in den Plus 8.

Einziger Nachteil: Jetzt musste ich mit Gasfuß vorausfahren und schnell reagieren, wenn es doch einmal Gegenverkehr gab, oder wenn sich eine Schafherde eigenmächtig nicht an die Grundstücksbegrenzungen hielt und die Straße als Erweiterung ihres Weidegebietes nutzte.

Gegenverkehr erforderte erhöhte Aufmerksamkeit

Gegenverkehr erforderte erhöhte Aufmerksamkeit

Bei solchen Hindernissen musste man reagieren

Bei solchen Hindernissen musste man reagieren

Stellenweise hatte es schon etwas von Achterbahn-Feeling: Bergan blickten wir direkt in den Himmel, konnten aber nicht sehen, was die Straße nach der Kuppe so trieb, oder ob wirklich niemand entgegenkam.

Über uns der Himmel

Über uns der Himmel

Dafür belohnte uns bergab wieder der volle Durchblick. Zwischendurch boten sich immer neue fantastische Ausblicke, wie auf das alte Eisenbahnbrücken-Viadukt.

Pause mit wunderschöner Aussicht

Pause mit wunderschöner Aussicht

Auch der eine oder andere Verkehrsteilnehmer gesellte sich zeitweilig zu uns. Oft Oldtimerfahrer, die gemächlich von dannen tuckerten.

Außer uns waren noch andere Klassiker unterwegs

Außer uns waren noch andere Klassiker unterwegs

Gerade rechtzeitig lud ein landestypischer Pub zum Verweilen ein. So ein paar Stunden Landstraßenhatz machen hungrig und durstig, und ein Guinness passt schon – auch wenn Teile von uns anschließend noch unsere Autos kutschieren mussten…

Rast im traditionellen Pub

Rast im traditionellen Pub

Hier war die Straße zumindest gut einzusehen

Hier war die Straße zumindest gut einzusehen

Auf der Rückfahrt liefen wir irgendwann sogar auf einen veritablen Rolls Royce auf.

Der Rolls Royce wurde auch schneller

Der Rolls Royce wurde auch schneller

An ein Überholmanöver war auf diesen Pfaden jedoch nicht zu denken. Aber irgendwie schienen ihn die zwei Sportwagen, die sich formatfüllend in seinem Rückspiegel breit machten, zu einer zügigeren Gangart zu animieren.

Und schließlich waren wir dann doch wieder am Ausgangspunkt unserer Tour angelangt. Unseren beiden Morgan und uns gönnten wir die Verschnaufpause. Den Boliden hat es bestimmt gefallen, denn sie wurden einen ganzen Tag lang artgerecht bewegt. Und wir hatten unvergessliche Eindrücke gewonnen sowie beim Fahren schiere Freude erlebt, wie sie nur in einem Morgan zuteilwird. Ein ursprüngliches Auto in einer urwüchsigen Landschaft.

Slow war nur als unverbindliche Empfehlung zu werten

„Slow“ war nur als unverbindliche Empfehlung zu werten

Gerne wieder – jederzeit! Und einen herzlichen Dank an Ann und Peter für ihre Gastfreundschaft.