Kleiner Stau bei der Anreise

Kleiner Stau bei der Anreise

Feiern mit Freunden – Frühjahrstreffen des MCD in Bad Nauheim

Eine große Geburtstagsfeier sollte es werden. 30 Jahre Sektion Rhein-Main. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Eingeladen waren wir alle ins mondäne Kurstädtchen Bad Nauheim. Ins Kurhotel Dolce (http://www.dolce-bad-nauheim-hotel.de/) mit seinem Theater, seinen -zig Festsälen, seiner Wellness-Oase… Die deutschen Morgan-Fahrerinnen und Morganauten, die Freunde aus dem benachbarten Ausland… (Fast) alle kamen übers Pfingstwochenende ins Hessische.

Ankunft in Bad Nauheim

Ankunft in Bad Nauheim

Der Parkplatz voller Morgan

Der Parkplatz voller Morgan

Und so füllte sich der Parkplatz vor dem Hotel mit immer mehr der skurrilen Roadster aus Malvern, von denen sich ohnehin keine zwei gleichen. Mehr als 120 Autos; 230 Teilnehmer – davon 20% aus dem benachbarten Ausland. Allen voran die 11 Autos von der Insel; die Freunde aus Frankreich, der Schweiz, Italien, Luxemburg… Ich glaube, jetzt habe ich alle aufgezählt…

Eingang zum Hotel Dolce

Eingang zum Hotel Dolce

Lasst die Champagnerkorken knallen…! Ach nein, wir befinden uns ja nicht beim Rolls Royce Owners Club. Bei Morgan werden die kleinen Finger nicht demonstrativ abgespreizt zur Schau getragen. Kein „Black Tie“ als Kleiderordnung, kein flüchtiges Wangenküsschen von der Schickeria dieser Welt. Kein roter Teppich, keine Blitzlichtgewitter… Dafür herzliche Umarmungen, rührende Begrüßungsszenen – ein Bild für die Götter unter (noch) strahlend blauem Himmel.

Nach dem Einchecken und der Übergabe eines prall gefüllten „Goodie-Bags“,  gab es erst einmal wahlweise ein Damengedeck (Kaffee und Kuchen) oder ein Herrengedeck (Bier und Brezel) als erste Stärkung – und viel Gesprächsstoff, denn immerhin hatte man sich ja teilweise 6 Monate nicht mehr gesehen. Wie doch die Zeit vergeht…

Dame mit Herren-Gedeck

Dame mit Herren-Gedeck

Einchecken und Empfang der Sponsorengeschenke

Einchecken und Empfang der Sponsorengeschenke

Ab 19 Uhr die obligatorische (kurze) Begrüßungsrede mit dem beliebten Schlusssatz: Das Buffet ist eröffnet. Was übrigens hervorragend war! Wir gehen davon aus, dass die armen Organisatoren tagelang probegegessen haben, bis sie die versammelten hessischen Spezialitäten absegnen konnten. Well done!!!  Nächster Programmpunkt: Bevölkerung der Bar. Dieser Aufforderung kamen – gefühlt – auch mindestens 229 der 230 Teilnehmer nach. Und so wurde es ein gemütlicher, ausführlicher, feuchter, anregender Abend – trotz der teilweise langen und anstrengenden Anreise. Aber was so ein echter Morganaut ist, der steckt so etwas locker weg.

Kurbad Bad Nauheim

Kurbad Bad Nauheim

Am Samstag stand das Frühstücksbuffet um 6 Uhr bereit – wer’s denn dann unbedingt schon braucht… Zwei Stunden später war immer noch früh genug – auch für diejenigen, die die Mitgliederversammlung um 9 Uhr besuchen wollten. Die anderen konnten sich bis 11 Uhr Zeit lassen und die Qualität der Matratzen etwas ausgiebiger testen. Auch die stimmte übrigens. Ansonsten bot der Tag Gelegenheit zu einer kurzen Ausfahrt zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung wie dem gut erhaltenen Römerkastell „Saalburg“ oder dem Hessenpark.

Die Katakomben von Bad Nauheim

Die Katakomben von Bad Nauheim

Oder man erging sich unter fachkundiger (Fremden-) Führung und schaute, ob „der Elvis“ doch noch lebt – schließlich hat der King of Rock ’n‘ Roll lange in Bad Nauheim residiert… Für die weniger Elvis-engagierte Mogie-Gemeinde stand als Alternative noch ein Erkunden der städtebaulichen Jugendstil-Highlights von Bad Nauheim parat.

Bad Nauheim als Spiegel-Foto

Bad Nauheim als Spiegel-Foto

Der eigentliche Höhepunkt des Tages war allerdings das Nachmittagsprogramm: Pünktlich um 15:30 Uhr wurden wir von geräumigen Linienbussen abgeholt und zum Bahnhof transportiert, wo eine liebevoll restaurierte, also technisch einwandfreie, ansonsten aber etwas altersschwache Dampflokomotive „EFW 1, Typ Bismarck“ nebst Salon- und Speisewagen auf uns wartete (http://ef-wetterau.de/ ).

Unsere Lokomotive

Unsere Lokomotive

Alles Original

Alles Original

Die Glut im Kessel war angeheizt, Wasser aufgefüllt, und so konnte es in rasanter Fahrt losgehen.

Die strengen Vorschriften wurden überwacht

Die strengen Vorschriften wurden überwacht

Nicht nur unappetitliches Ausspucken, sondern auch Blumenpflücken sowie das Verlassen des Zuges während der Fahrt waren selbstverständlich untersagt, wobei der „gestrenge Blick der Obrigkeit“ auf uns lag und das Einhalten der Vorschriften überwachte.

Das gestrenge Auge der Obrigkeit

Das gestrenge Auge der Obrigkeit

Münzenberg Hauptbanhof - jetzt ein Privathaus

Münzenberg Hauptbanhof – jetzt ein Privathaus

Nach einer guten Stunde gemütlich ruckelnder Fahrt war unser Fernziel, der 12 Kilometer entfernte Bahnhof von Münzenberg, erreicht. Zwangspause – die Lokomotive musste ihren Wasservorrat wieder auffüllen.

Getränke gab es reichlich während der Fahrt

Getränke gab es reichlich während der Fahrt

Dieses Problem plagte uns nicht, denn während der Fahrt wurden wir von den freundlichen Hobby-Eisenbahnern überreichlich mit Getränken jedweder Couleur versorgt. Die Rückfahrt verging – wie die Hinfahrt – wie im Fluge. Nach nur einer weiteren Stunde kamen wir wohlbehalten wieder in Bad Nauheim an.

Erinnerungen an die Jugendzeit

Erinnerungen an die Jugendzeit

Und dann wurde erstmal so richtig Geburtstag gefeiert! Den Lokschuppen hatten fleißige Hände für uns aus- und aufgeräumt – die Lokomotive musste draußen bleiben. Bierbänke und Tische waren platziert, der Grillmeister grillte, was das Zeug hielt und die sanften und weinseligen Getränke flossen in Strömen. Und dann die größte Überraschung:

Die Heritage Boys heizten mächtig ein

Die Heritage Boys heizten mächtig ein

Die englische Kultband „Heritage Boys“ (http://www.theheritageboys.co.uk/) war extra für uns eingeflogen worden und heizte uns mit Musik der 60er Jahre so richtig ein. Das Tanzbein wurde geschwungen, es wurde mitgesungen und die Stimmung erreichte Werte, die die Außentemperatur um bestimmt 85 Grad Celsius übertraf – dem Siedepunkt des Leitungswassers also sehr nahe kam. Was für eine Party! Gut, die Nacht haben wir letztlich nicht durchgemacht – dafür genossen wir den bequemen Busshuttle zurück zum Hotel, wo wieder der Bartresen auf uns wartete. Danke, danke für die schöne Feier und einen Extra-Toast auf die nächsten 30 Jahre!!!

Wer feiert, sollte auch aufstehen können. Denn: wozu besitzen wir einen Morgan? Um ihn standesgemäß zu bewegen – zum Beispiel sportlich, bei der Gleichmäßigkeitsfahrt auf dem Kart-Kurs der Motorsportarena Stefan Bellof (http://kv-oppenrod.de/). Heuer eine durchaus anspruchsvolle Angelegenheit, da das Wetter Kapriolen schlug, und nicht alle Teilnehmer beim einsetzenden Regen auf „Intermediates“ wechseln konnten…

Ein Morris Minor hatte sich dazwischengeschlichen

Ein Morris Minor hatte sich dazwischengeschlichen

Für die anderen Morgan-Freunde war liebevoll eine Tour ausgearbeitet:

Wunderschöne kleine Straßen durch den Taunus

Wunderschöne kleine Straßen durch den Taunus

160 Kilometer durch den in frühsommerliches Grün gekleideten Taunus – immer den Chinesenzeichen folgend, die sogar vor den zahlreichen stationären Blitzern warnten.

Radarfallen in jeder Ortschaft

Radarfallen in jeder Ortschaft

Gruppe „Rot“ startete um 09:30 Uhr, Gruppe „Blau“ um 10:15 Uhr. Die erste im Uhrzeigersinn, die zweite entgegen. Was ja im Prinzip nichts Schlimmes ist, obwohl – die Gruppe „Rot“ wurde schon auf eine härtere Probe gestellt, als sie sich plötzlich inmitten eines veritablen Hagelschauers wiederfand. Aber Morgan-Fahrer gehörten ja bekanntlich schon immer zu den härtesten ihrer Zunft, und so ein Hagelschauer ist noch lange kein Grund, etwa das Dach zu schließen!

Ein kleiner Schauer ist noch kein Grund für ein geschlossenes Verdeck

Ein kleiner Schauer ist noch kein Grund für ein geschlossenes Verdeck

Wo kämen wir da hin, wenn wir so verweichlicht wären wie die Fahrer all der anderen „weichgespülten“ Cabrios mit ihren Windschotts, Sitzheizungen, Nackenföhnen und Windabweisern in den Frontscheiben. Die Gruppe „Blau“ hatte es dagegen nur mit ein paar Wassertropfen zu tun – der nicht ganz optimalen Wetterprognose rund um die Eisheiligen zum Trotz.

Der Parkplatz der Firma Rinn füllte sich langsam

Der Parkplatz der Firma Rinn füllte sich langsam

Mittags trafen sich beide Gruppen auf Einladung der Firma Rinn (https://www.rinn.net/de/index.html).

Unsere Gastgeber zum Lunch

Unsere Gastgeber zum Lunch

Das Unternehmen passt gut zu Morgan. Nicht nur, dass der Geschäftsführer selbst einen solchen bewegt, sondern auch, weil die Firma „Outdoor-Accessoires“ für den gepflegten Garten herstellt. In Stein gemeißelt sozusagen.

Das Rinn-Forum - ein idealer Platz zur Mittagsrast

Das Rinn-Forum – ein idealer Platz zur Mittagsrast

Diese Einladung zur zünftigen Mittagsrast nahmen wir dankbar an und labten uns an den bereitgestellten Köstlichkeiten. Wir hatten nicht nur reichlich Salate, sondern auch richtig „Schwein“, dessen Haut so kross wie Krokant war, und dem der Saft aus allen Poren floss. Was für ein Hochgenuss!

Besser kann man Schwein nicht zubereiten

Besser kann man Schwein nicht zubereiten

Die Moggis mussten draußen bleiben

Die Moggis mussten draußen bleiben

Die Rückfahrt erfolgte wieder in Kleingruppen, die sich eigentlich immer finden, wenn mehr als ein Morgan in die gleiche Richtung fährt.

Haare im Wind

Haare im Wind

Diesmal schlossen wir uns einer Gruppe an, die wohl nicht so recht wusste, ob sie sich für die Ausfahrt oder die Sportveranstaltung anmelden sollte. Auf alle Fälle bewegten wir unsere Fahrzeuge – wie sagt man so schön – artgerecht, dabei aber immer schön im Rahmen der StVO… Schließlich lauerten überall unterschiedlich alte Blitzanlagen – gefühlt so etwa drei pro Kilometer und teilweise mehr als heimtückisch inmitten von hohen Hecken versteckt. Aber die Fotos schossen diesmal wir und nicht die Automaten!

Sektempfang am Abend

Sektempfang am Abend

Zurück im Hotel, blieb Zeit für eine kurze Regeneration, bevor im Kursaal zum Sektempfang gebeten wurde – und zu einem wirklich feinen Spargel-Buffet.

Na - läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen

Na – läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen

Die Küche hatte sich wieder einmal selbst übertroffen – oder wie sonst ist zu erklären, dass jenes äußerst empfindliche, weiße Gemüse trotz aller Zartheit den Biss noch nicht verloren hatte.

Das Spargel-Buffet von oben

Das Spargel-Buffet von oben

Und dann erst das „Drumherum“ an exquisiten Vorspeisen, einer Suppe von feinster, cremiger Konsistenz und Dessertvariationen, die wirklich jedes Lob verdienten.

Impressionen vom Dessert-Buffet

Impressionen vom Dessert-Buffet

Und dann kam er doch noch aus seiner Gruft: Elvis himself, der einen bunten Reigen seiner beliebtesten Songs zum Schmusen und Tanzen zum Besten gab.

Auch Elvis heizte mächtig ein

Auch Elvis heizte mächtig ein

Elvis als Stargast

Elvis als Stargast

Wir müssen schon bemerken: trotz seiner annähernd 82 Lenze hat er sich erstaunlich gut gehalten! Er lebt also doch noch – und das sogar in Bad Nauheim.

Danach leerte sich der große Kursaal und wir schwärmten wieder alle wie die Heuschrecken an die Bar, sodass sie fast überquoll und der Barkeeper aber so richtig ins Schwitzen kam. Schließlich war es unser letzter Abend, und wir hatten uns ja soooo lange nicht gesehen!!!

Aus altem Moggi-Holz geschnitzt

Aus altem Moggi-Holz geschnitzt

Gegen Mitternacht bröckelte die muntere Gesellschaft ein wenig auseinander, und der Chef der gepflegten Drinks konnte wieder ein wenig durchatmen.

Am Pfingstmontag gab es zum Abschluss nur noch einen Programmpunkt: „Nach dem Frühstück tränenreicher Abschied.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen – bis auf ein „See you in Bielefeld“…