Start am Hotel Gastwerk bei Regen

Start am Hotel Gastwerk bei Regen

5. September – 9 Uhr 30

Frühstück in Hamburg – die Frisur sitzt!

„Hab` ich mir doch gedacht, dass dies das Hauptproblem unserer Frauen ist…“ mag der geneigte Leser unseres Blogs innerlich ausgerufen haben, als er sich die Überschrift unserer kleinen Mädels-Tour ins Gedächtnis rief… Was er allerdings nicht wissen konnte, ist, dass meine Gedanken als Organisatorin dieser kleinen Premieren-Tour ausschließlich um das Wetter vor dem Fenster kreisten. Würde uns der Regen zur Absage zwingen? Sind wir alle trotz wenig ermunternder Voraussagen motiviert? Der vorabendliche Anruf bei Andrea, die immerhin gemeinsam mit ihrer Tochter Yasmin von Fehmarn anreisen wollte, hatte mich jedoch in meinem Vorhaben bestärkt. „Wir fahren auf jeden Fall – notfalls allein mit zwei Autos!“, so lautete ihre klare Ansage.

Also tankte ich nach dem Frühstück noch schnell meinen Plus 4, bevor Anna – meine „Navigateuse“ – und Ute, unerschrockene Morgan-Neufahrerin seit unserem gemeinsamen Sicherheitstraining in Embsen, sich am Treffpunkt vor dem Hotel Gastwerk einfanden.

11 Uhr 45

Ein banger Blick zum Himmel, bevor Anna und ich das schützende Haus verlassen: Es regnet heftig, doch ein kleiner roter Mogie hat sich vereinbarungsgemäß hinter unserem Leitfahrzeug eingefunden – mit einer strahlenden Ute: „Lasst uns schnell losfahren, dann fällt der meiste Regen sowieso vorbei…!“ Da das Roadbook erst am allgemeinen Treffpunkt übergeben werden soll, besteht Anna`s erste Aufgabe darin, ganz normal nach Straßenkarte zu navigieren – was sie bravourös meistert. Begleitet vom regelmäßigen Geräusch ihrer drei emsigen Scheibenwischer, Anfahrt für unsere beiden Schätzchen über Nebenstraßen zur Autobahnauffahrt Bahrenfeld; gleich hinter dem Tunnel weg vom Highway und auf Schleichwegen nach Hollenstedt – über eine verschlungene Waldstraße im Staatsforst Hamburg; vorbei am Kiekeberg-Museum in den Schwarzen Bergen; der zu jeder Jahreszeit landschaftlich schönsten Strecke südlich Hamburgs durch den Regionalpark Rosengarten folgend; unbekannte Ortsschilder wie „Bachheide“ oder „Grauen“ passierend; zwischen den Fischteichen beim Appelbecker See durchflutschend; erreichen wir fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit unseren Gruppen-Treffpunkt nahe der BAB-Ausfahrt Hollenstedt. Gerade noch vor den anderen Teilnehmerinnen.

Pünktlich aus Fehmarn

Pünktlich aus Fehmarn

13 Uhr 07

Nach Andrea aus Lüneburg mit Copilotin Ute (der 2.) treffen nahezu zeitgleich Andrea (die 2.) aus Fehmarn und ihre Tochter Yvonne ein. Anna und Yvonne werden wohl keine Mühe haben, sich die ganzen unterschiedlichen Namen der Fahrerinnen zu merken…Kurze, leicht feuchte Lagebesprechung unterm großformatigen Regenbogen-Schirm mit Ausgabe eines Roadbooks nebst Taschenlampen-Kuli, der selbst beim Schreiben zusätzlich Licht spendet, und eines kleinen Traubenzucker-Motivationsbonbons an alle Besatzungen.

Die Roadbooks

Die Roadbooks

13 Uhr 25

Start in bunter Reihe: 4 Fahrzeuge sind nach zwei kurzfristigen Absagen schließlich dabei. Ute 1 fährt mangels eines persönlichen „weiblichen Navigationssystems“ direkt hinter uns und zum Abschluss Andrea 2 mit ihrem knallblauen Plus 8 – nach dem Abbiegen stets gut zu sehen. Ein kleiner Schlenker zur Einstimmung durch das einsame Dörfchen Ochtmannsbruch bringt uns zurück auf unsere Route über Drestedt, Dohren, Tostedt, Kampen und Welle nach Handeloh – vorbei an Maisfeldern, Sonnenblumen und farbenfrohen Gladiolen „zum Selberschneiden“ sowie vereinzelten, regenschirmtragenden Fußgängern. In Handeloh verlassen wir die gut befahrbare „gelbe“ Straße und begeben uns am Hinweisschild „Büsenbachtal“ auf ein kleines „weißes“ Sträßchen, das zur Verkehrsberuhigung von etlichen Bodenwellen unterbrochen wird, die ich aber bei meiner letzten Testfahrt am Donnerstag als gut befahrbar erlebt hatte. Inzwischen navigiert meine Anna übrigens sehr souverän nach unserem Mädels-Roadbook.

Meine souveräne Navigateuse Anna

Meine souveräne Navigateuse Anna

Mogies vorm Café im Schafstall

Mogies vorm Café im Schafstall

Mogie beschützt von einer alten Buche

Mogie beschützt von einer alten Buche

13 Uhr 45

Kurz bevor unser Weg wieder in dichter besiedelte Gegenden zurückfindet, biegen wir am Weltstadt-Bahnhof „Büsenbachtal“ in dasselbe ein, wo wir nach wenigen Metern auf der linken Seite unser Ziel sehen: das „Café im Schafstall“ (www.cafeschafstall.de), einen liebevoll ausgebauten ehemaligen Schafstall, wo es sich in kuscheliger Umgebung trefflich mit selbst hergestellten Leckereien „Brunchen“ und vor allem Kaffeetrinken lässt. Da Inhaberin Carla Hoffmann uns gestattet hat, in ihrem „Vorgarten“ zu parken, können wir unsere Mogies trotz der zahlreichen Fahrzeuge von Einschulungs-Gesellschaften problemlos unterbringen. Der herzlichen Begrüßung folgt jedoch am Buffet ein schwerwiegendes Problem: Für welchen der herrlich duftenden, appetitlichen Kuchen soll sich jede von uns entscheiden?

Heidespezialität Buchweizentorte

Heidespezialität Buchweizentorte

Pragmatische gemeinsame Entscheidung: 8 Sorten in die Mitte und für abweichende Gelüste zwei leckere, reich garnierte Avocado-Brote. „Schwesterlich“ geteilt, können wir nach erfolgtem Genuss leicht ein persönliches Geschmacks-Ranking aufstellen, bei dem wir uns ziemlich einig sind.

Aus dem Fenster sehen wir zwischenzeitlich strahlenden Sonnenschein, leichte Sommerwolken – und reichlich andere Café-Besucher, die sich in gewohnter Weise um unsere Oldies scharen und zahlreiche Fotos schießen. Gut gesättigt, beschließen wir, uns auf einen ausführlichen Heidespaziergang zu begeben – sicherheitshalber mit Schirm im Gepäck. Leider stelle ich beim Aufbruch fest, dass ein Café-Besucher meinen wunderschönen großen Schirm mitgenommen hat, obwohl er direkt neben unserem Tisch an einem Fachwerk-Ständer lehnte… Das hat aufgrund unserer intensiven „Benzin-Gespräche“ – wie Anna treffend bemerkt – keine von uns wahrgenommen. Schade, doch vielleicht findet das gute Stück ja auf wundersame Weise den Weg zu mir zurück…

Andere Touristen

Andere Touristen

15 Uhr 30

Direkt am Café beginnt das herrliche Büsenbachtal, eine überschaubare Heidefläche, die laut „Heidebarometer“ zu dieser Jahreszeit zu über 90 % blühen soll.

Heidespaziergang im Büsenbachtal

Heidespaziergang im Büsenbachtal

Das können wir nur bestätigen, denn um uns erstreckt sich auf dem gesamte Weg bis zum kleinen, immerhin 78 Meter hohen Aussichtspunkt, dem „Pferdekopf“, eine wunderbar erikafarben leuchtende, von Wacholderbüschen und kleinen Birken durchbrochene Heidefläche… wie sie Hermann Löns nicht schöner hätte beschreiben können.

Gruppenfoto auf dem Pferdekopf - 78 m über NN

Gruppenfoto auf dem Pferdekopf – 78 m über NN

Die Wege sind zwar stellenweise leicht feucht und auch ein kleiner Bachlauf will übersprungen werden, doch wir sind angemessen ausgestattet – keine Sommer-Sandaletten oder gar „High Heels“… Sonnenbeschienene Heideflächen und lichtdurchflutete Waldstücke lassen uns die morgendlichen Zweifel schnell vergessen! Obwohl wir noch gerne weiter gewandert wären, brechen wir nach dem obligatorischen – von einer Spaziergängerin erbetenen – Gruppenfoto auf. Denn mein Plan ist, auf dem weiteren Weg alle Teilnehmerinnen wohlbehalten zuhause abzuliefern – sozusagen mittels eines ganz speziellen „Morgan-Escort-Service“…

Ein letzter sehnsuchtvoller Blick zurück

Ein letzter sehnsuchtvoller Blick zurück

Heideimpressionen

Heideimpressionen

17 Uhr

Schweren Herzens Abfahrt im Büsenbachtal, beginnend mit der schwerwiegenden Frage: offen oder geschlossen? Zunächst starten wir – zugegebenermaßen etwas feige – mit geschlossenem Verdeck.

Die Frage - Dach öffnen oder nicht

Die Frage – Dach öffnen oder nicht

Doch nach wenigen hundert Metern verlockt uns der nur stellenweise bewölkte blaue Sonnenhimmel, anzuhalten und teils in Gemeinschaftsarbeit alle Autos zu öffnen. Eine richtige Entscheidung, denn unseren weiteren Weg können wir – wie es sich gehört – mit wehenden Haaren im Sonnenlicht und artgerecht offen zurücklegen.

Klar - notfalls im Team

Klar – notfalls im Team

Zunächst genießen wir noch einmal vom Auto aus die Heideblüte von Inzmühlen über Wesel nach Undeloh. In Egestorf, Lübberstedt, Eyendorf und Salzhausen passieren wir etliche Reitsporthallen, Turnierplätze und Ausstattungsscheunen für die Liebhaber des Sports mit einer Pferdestärke.

Wagenbesatzungen

Wagenbesatzungen

Geschafft - endlich Wind in den Haaren

Geschafft – endlich Wind in den Haaren

Lüneburg rechts liegen lassend, verabschieden wir in Kirchgellersen mit herzlicher Umarmung und dem abgenommenen Versprechen, im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder eine Tour zu organisieren, Andrea und Ute.

Schade - Tschüß in Kirchgellersen

Schade – Tschüß in Kirchgellersen

Anschließend setzen wir unsere Fahrt mit nunmehr 3 Mogies über so bekannte Orte wie Vögelsen, Bardowick, Hunden und Tönnhausen fort, wo uns an einem kurvigen kleinen Sträßchen entlang eines von Trauerweiden eingefassten Bachlaufes wenige Autofahrer, dafür aber einige Graureiher begegnen. Weiter geht die gemächliche Fahrt nach Laßrönne. Dort beginnt ein Streckenabschnitt auf der Elbuferstraße hoch oben auf dem Deich mit herrlichem Blick auf den Fluß. Ein kleiner Abstecher zur Anlegestelle der winzigen Elbfähre von Hoopte zum Zollenspieker Fährhaus und anschließend Treffpunkt bei „Grube“, wo wir uns zum erfolgreichen Abschluß unserer Fahrt ein oberleckeres Kräutermatjes-Brötchen gönnen. Mmmmh!

Lecker - Kräutermatjesbrötchen bei Grube

Lecker – Kräutermatjesbrötchen bei Grube

Schließlich ist unsere „spärliche“ Kaffeetafel eine ganze Weile her! Die Einladung zum Abendessen mit einer gutgelaunten Motorradgruppe aus Berlin schlagen wir übrigens schweren Herzens (!) aus… und kündigen lieber zuhause unsere baldige Ankunft an.

Jetzt ab nach Hause

Jetzt ab nach Hause

19 Uhr

Obwohl ein paar einzelne Regentropfen fallen, beschließen wir, das Dach nicht zu bewegen. Und wir haben Glück bis zum Ende unserer Tour! Nach einem letzten Stück Weges am Deich entlang, verabschieden wir das vorletzte Team – Andrea und Yasmin – in Neuland an der A 1 und in Richtung Fehmarn!

Das sieht nicht nach einer trockenen Heimkehr aus

Das sieht nicht nach einer trockenen Heimkehr aus

Nachdem sich der Kreis unserer Rundfahrt an der Autobahnauffahrt Moorburg geschlossen hat, fahren wir – ob der zahlreichen dunklen Wolken um uns herum mit bangen Gefühlen – gen Elbtunnel und liefern auch Ute „ohne nennenswerten Wasserschaden“ zuhause ab.

Bis zum Schluß stets den Rückspiegel im Blick

Bis zum Schluß stets den Rückspiegel im Blick

20 Uhr

Wohlbehalten daheim. Alles gut gegangen – nicht ein einziges Mal musste unser „rettender Telefon-Engel im Hintergrund“, Frank Schauer, Oberschrauber im Morgan Park, angerufen werden! Das schönste Ergebnis unserer 1. Mogie – Mädels – Kaffeefahrt waren für mich die freundschaftliche Atmosphäre, die tolle Stimmung und der allgemein geäußerte Wunsch: „Bei der nächsten Tour fahren wir auf jeden Fall wieder mit!“

Wir sehen uns 2016!

Eine Antwort

  1. Ulrich F, Ortmann

    Frage:
    Wo findet man die Buchweizentorte wieder?

    Antwort :
    Natürlich auf den Hüften der Moggianerinnen!

    Antworten

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