Der interessierte Besucher muss schon lange im Programm der Classic Days blättern – bis zur Seite 124! Dort werden sie endlich erwähnt: die heimlichen Stars auf Schloss Dyck. Etwas im Abseits auf dem Dycker Feld, teilweise versteckt hinter mannshohen Miscanthus-Gräsern, tummelten sich nicht weniger als 7.600 Klassiker aus 30 Marken- und 20 gemischten Fahrzeug-Clubs.

Tschüss Real World

Tschüss Real World

Was sind dagegen schon die 480 Oldtimer, die bei den Classic Days gemeldet waren! Am ersten Wochenende im August fand traditionell nicht mehr und nicht weniger statt als Deutschlands größtes Oldtimer-Clubtreffen…

Und sie sind ein Publikums-Magnet für die 40.000 Besucher. Wo sonst kann man zig Autos der einzelnen Marken hautnah bestaunen, fotografieren, Fragen loswerden …

62 Morgan zu bestaunen

62 Morgan zu bestaunen

Natürlich ist auch der Morgan Club Deutschland wieder präsent. Ziemlich genau in der Mitte des Areals, zwischen Schlossallee und Bertha-Benz-Allee, trafen sich am Samstag 62 Morgan – wie üblich akkurat aufgereiht. Organisiert hatte das Zusammentreffen Ulli aus dem benachbarten Erkelenz. Er war es auch, der uns seinen Aero 8 GTN als standesgemäßes Vehikel für die Anreise zur Verfügung stellte. Unser eigener Morgan konnte sich also getrost zu Hause in Hamburg ausruhen.

Nach der Ankunft heißt es arbeiten

Nach der Ankunft heißt es arbeiten

Wie immer gestaltete sich die Anfahrt als Geduldsspiel, denn die vielen Tausend Klassiker wollten auf den Zufahrtsstraßen erst einmal von den übrigen Besuchern separiert, an den Einfahrten kontrolliert und in die richtige der mehr als 60 Parzellen eingewiesen werden. Die erste war bei unserer Ankunft schon voll, also eröffneten wir mit unserem straßentauglichen Rennwagen eine 2. Reihe. Dann hieß es erst mal zupacken, ausladen, Picknick-Utensilien wie Tische und Bänke aufstellen.

Die Tische waren stilvoll gedeckt

Die Tische waren stilvoll gedeckt

Heuer entstand eine endlos lange Tafel, teilweise mit edler Tischwäsche bedeckt und mit Blumen und Kerzen geschmückt. Noblesse oblige! Kay aus Norddeutschland präsentierte dem staunenden Publikum seinen neu entwickelten 8-Zylinder Getränkekühler (Der kühlte bis zum Abend und damit  länger als die Vorräte hielten).

Kays cooler Kühler

Kays cooler Kühler

Und die Benzingespräche begannen schon während des Aufbaus und ebbten erst ab, als der letzte Morgan das Gelände wieder verlassen hatte. Für die vielen Besucher bot die Ansammlung der zahlreichen Mogies eine willkommene Gelegenheit, sich über die Marke zu informieren und die Speicherkarten ihrer Handys und Kameras zu füllen.

Einzig die 3-Wheeler machten sich rar

Einzig die 3-Wheeler machten sich rar

Die Tatsache, dass so viele der Morgan ohne H-Kennzeichen antraten, sorgte bei vielen Morgan-Novizen für Erstaunen. Und dass die Autos sich doch sehr ähnelten – fast alle waren halt traditionelle Modelle, die seit nunmehr 62 Jahren nahezu unverändert gebaut werden. Die einzelnen Typen sind eben nur von Eingeweihten auseinanderzuhalten – ein oder zwei Auspuffrohre, narrow oder wide front, längere oder kürzere Türen, Armaturenbrett, Sitze – diese Unterscheidungsmerkmale drängen sich erst auf den zweiten oder dritten Blick auf.

3-Wheeler im Fahrerlager

3-Wheeler im Fahrerlager

Aber es gab auch ein paar Aeros wie unsere Leihgabe, den Aero 8 GTN, mit nur 11 gebauten Exemplaren der wohl seltenste Serien-Morgan. Ein Threewheeler versteckte sich auch in der Reihe. Die anderen beiden Dreiräder – zwei Super Sport-Modelle von 1929 und 1933 – entdeckten wir im Fahrerlager bei den Racing Legends.

Einer meiner absoluten Lieblings-Morgan stand direkt neben uns: ein wunderschönes schwarzes Drophead-Coupé. Nachdem ich im Mai vergeblich versucht hatte, ein 1948er Drophead-Coupé zu entern (siehe Artikel http://www.morgan-news.de/morgan-drophead-coupe-bei-fahrbericht/), musste ich es in diesem nach 1954 gebauten Modell wieder probieren.

Das elegante Drophead-Coupé

Das elegante Drophead-Coupé

Und hier konnte ich meine 194 cm hinter dem Lenkrad tatsächlich unterbringen! Für eine Testfahrt hatte ich aber leider keine Gelegenheit.

2 Tage Picknick

2 Tage Picknick

Ansonsten standen viele der gut 100 Morgan-Freunde den Besuchern während der gesamten Zeit Rede und Antwort und schalteten nur zwischendurch in den Party- oder Chill-Modus. Wozu auch in der sengenden Sonne umherrennen… Morgan sind ohnehin die schönsten Klassiker und viele Freunde begegnen sich ja auch erst Ende September/ Anfang Oktober beim Herbsttreffen in Bielefeld wieder.

Doch ein einsamer 3-Wheeler in der Reihe

Bis dahin „Happy Morganing“!